
Zwischen Sprachen, Generationen, Werten und Geschichten – mein Weg in die Bildungspraxis
Wo Geschichten beginnen
Als meine Kinder klein waren, stand oft die Frage im Raum: Wo gehört ihr hin? In welchen Schubladen sieht euch die Gesellschaft – und wo seht ihr euch selbst?
Ich habe zwei inzwischen erwachsene Kinder of Color. Ich habe erlebt, wie Sprache Türen öffnen – und manchmal auch verschließen kann. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man Fragen beantworten muss, die andere nicht gestellt bekommen. Diese Erfahrungen haben mich verändert. Sie haben mein berufliches Tun geprägt. Und sie sind bis heute mein Antrieb.
Sprachen als Zugang zur Welt
Mein Interesse für Sprache/n begann früh – mit zehn, bei einem Umzug in eine neue Stadt, umgeben von amerikanischen Nachbarskindern, unbekanntem Essen und Worten, die ich noch nicht verstand.
Seitdem habe ich viele weitere Sprachen gelernt – Französisch, Spanisch, ein bisschen Arabisch und Igbo. Aber mehr als das: Ich habe gelernt, wie Sprache verbindet. Wie sie Zugehörigkeit schafft. Wie sie Missverständnisse klären – und Welten eröffnen kann.
Werte verstehen – und verbinden
Ich habe Ethnologie, Sprach- und Literaturwissenschaften sowie Deutsch als Fremdsprache studiert, ich habe unterrichtet, geforscht, Fortbildungen gegeben, Lehrwerke geschrieben. Ich habe Menschen aus ganz unterschiedlichen Kontexten begleitet – mit ihren Geschichten, mit ihren Sprachen, mit ihren Fragen an diese Gesellschaft.
Was mich dabei prägt, ist das Bewusstsein, dass gesellschaftliche Prägung nicht nur ein Thema für „die anderen“ ist. Sondern auch für uns. Für mich. Für das Miteinander. Für das, was wir als normal empfinden – und was nicht.
Bildung, die Beziehung braucht
Meine Arbeit bewegt sich heute im Schnittfeld von Sprache, Gesellschaft und Teilhabe. Ich begleite Kinder, Eltern und pädagogische Fachkräfte. Ich entwickle Materialien, schreibe Konzepte, gestalte Lernräume – immer mit dem Blick darauf, was Menschen wirklich brauchen, um sich sicher und gesehen zu fühlen.
Ich glaube an Bildung, die zuhört. Die Beziehung vor Belehrung stellt. Die Vielfalt nicht „mitmeint“, sondern mitdenkt.
Geschichten, die wirken – mit Figuren, die gehört werden
Die Puppen kamen erst später in mein Leben. Aber sie haben etwas ermöglicht, was Sprache allein nicht immer schafft: Nähe/Interaktion. Verbindung. Leichtigkeit.
Was als kleine Sammlung begann, ist heute ein lebendiges Ensemble. Jede Figur hat ihre Geschichte. Ihre Sprache. Ihre Herkunft. Gemeinsam bringen sie auf die Bühne, was im Alltag oft keinen Raum findet: unterschiedliches Aussehen, Familienmodelle, Perspektiven. Und die Fragen, die viele Kinder bewegen – aber kaum jemand ausspricht.
Die Puppen sind kein Spielzeug. Sie sind Erzählende. Sie bringen Themen ins Gespräch, die sonst unsichtbar bleiben – mit Humor, mit Tiefe, mit Wirkung. Und sie laden ein: zum Mitdenken, Mitfühlen, Mitspielen.

Was mich trägt – und was ich weitergebe
Ich arbeite an der Schnittstelle von Bildung und Diversität – mit einem klaren Ziel: Räume schaffen, in denen sich Menschen zeigen dürfen. In denen sie lernen, sich auszudrücken. Und in denen sie erleben: Meine Geschichte zählt.
Kurzvita
- Literatur- und sprachwissenschaftliches Studium, Ausflüge in die Ethnologie
- DaF/DaZ-Lehrende – Erfahrung mit Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern
- Fortbildnerin im Bereich der Migrations- und Frühpädagogik
Meine Werte
Verantwortung:
Ich nehme gesellschaftliche Verantwortung ernst – durch Bildung, durch Sprache, durch mein tägliches Tun.
Respekt:
Ich begegne Menschen mit Offenheit und erkenne an, wie verschieden Lebenswege und Perspektiven sein können.
Gerechtigkeit:
Ich setze mich dafür ein, dass alle Zugang zu Sprache, Wissen und Mitgestaltung haben – unabhängig von Herkunft oder sozialem Hintergrund.
Vielfalt:
Ich arbeite mit Menschen, die unterschiedlich sind und sehe in Mehrsprachigkeit und Diversität eine große Ressource.
Wissen:
Ich lerne kontinuierlich – aus Begegnungen, Fortbildungen, vergangenen Projekten – und gebe mein Wissen gerne weiter.
Kreativität:
Ob mit Puppen, Texten oder Konzepten – ich finde neue Wege, um Menschen zu erreichen und Themen lebendig zu machen.
Verlässlichkeit:
Was ich verspreche, halte ich. Ich arbeite sorgfältig, strukturiert und mit Blick auf das Ganze.
Empathie:
Ich höre zu. Ich nehme wahr, was Menschen bewegt. Und ich bin da, wenn es um echte Fragen geht.
Lass uns ins Gespräch kommen
Vielleicht hast du dich in manchen Zeilen wiedergefunden. Vielleicht hat etwas in dir resoniert – eine Frage, ein Gefühl, ein Gedanke.
Ob du selbst im pädagogischen Feld arbeitest, nach Wegen suchst, Diversität sichtbarer zu machen oder einfach neugierig bist: Ich freue mich, wenn du Kontakt aufnimmst.
